Wie aus Milliarden Millionen wurden…
Wie man unangenehme Themen von den Titelseiten verbannt, demonstriert die Bundesregierung derzeit auf eine besorgniserregende Art und Weise. Zunächst lenkten Gazetten mit Schlagworten wie “Bankenskandal” und “Finanzkrise” die Aufmerksamkeit der medienbenebelten Bevölkerung auf sich, als Großbanken und Sparkassen sich im großen Stil verzockten und Schulden in Milliardenhöhe verursachten. Womöglich könnte jeder zweite Stammtisch im Land zumindest kurzweilig davon profitiert haben.
Obwohl natürlich jedem klar sein müsste, dass die Rückzahlungen aus Steuereinnahmen finanziert werden, die wir in den nächsten Jahren auch erstmal einzahlen müssen, taugte dieses Thema nicht für den Massenmarkt.
Zum einen waren die Hintergründe zu komplex und undurchsichtig, zum anderen fehlten leicht merkbare Namen der Verantwortlichen. So hätte zumindest der Buhmann-Faktor für einen längeren Bestand gesorgt
Schade eigentlich. Hätte doch ein jeder nun endlich die Möglichkeit gehabt, mehr Wissen zu Staatsverschuldung, Goldpreisdrückung und drohender Massenarmut anzureichern. Doch da solche Schlagworte nicht ins Wahlprogramm passen, musste schnell gehandelt werden. Ein medienwirksamer Clou war nötig…
…und ein Buhmann fürs Volk war dann auch schnell gefunden: Zumwinkel. Sein Name ist leicht zu merken, also ein guter Kandidat für jede Stammtischdiskussion. Dass hier mal schnell Äpfel mit Birnen verglichen wurden, mochte bisher niemanden so recht stören.
Zumwinkel ist greifbarer als irgendwelche grauen Herren in den Vorständen von Großbanken und verschafft so der Volkslaune ein plastisches Mahnmal. Irgendwie einer von uns, könnte man meinen. Denn Steuern hinterzieht schließlich jeder – ob durch Schwarzarbeit, Zigarettenschmuggel oder Tanken im Ausland. Natürlich im Einzelnen nicht ganz in der Höhe wie Herr Zumwinkel, denn um Millionen am Fiskus vorbeizuschleusen, muss man sie auch erstmal haben.
Würde man sich allerdings doch mal die Mühe machen und nachrechnen, würde man feststellen, dass die Steuerverluste durch den “Volkssport Steuerbetrug” um ein vielfaches höher sind, als ein Herr Zumwinkel jemals verdienen könnte.
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