Ich bin doch (nicht) blöd
Schneller, größer und vor allem: billiger! Im Laufe der letzten Jahre hat sich Qualität immer mehr der Quantität beugen müssen. Es wird geschlampt und getrickst, dass die Kassen nie aufhören zu klingeln – natürlich zu Lasten des Anspruchs und zum Leid des Konsumenten.
“Ich bin doch nicht blöd”
Wer auf billig und billiger steht, versteht die Regeln des Spiels scheinbar nicht: Irgendwer hat immer darunter zu leiden, dass ein Produkt trotz steigender Ausgaben (z.B. Energiekosten) trotzdem billiger werden kann. Meist sind das natürlich Menschen am Fließband in irgendeinem Land, dessen Namen niemand buchstabieren kann oder will, also warum darüber Gedanken machen. Wenn allerdings hierzulande jemand für einen Hungerlohn arbeiten müsste, wäre das Geschrei groß.
Weiterhin scheint auch vielen Konsumenten nicht klar zu sein, dass die höhere Qualität eines Gerätes oder einer Dienstleistung nur dann gewährt werden kann, wenn hochwertige Bauteile oder Arbeitsmittel eingesetzt werden. Da auch Fachpersonal besser bezahlt wird und die Erforschung neuer Technologien ebenfalls langwierig und kostenintensiv sein kann, geht das Billiger-Prinzip ebenfalls nicht auf.
Sobald man ein Produkt kauft, das in Billiglohnländern hergestellt wurde, darf man sich auch nicht über die steigende Arbeitslosenquote beschweren. Wie viele Deutsche arbeiten wohl in einer chinesischen Fabrik? Wer beide Augen vor der Realität verschließt und den Verstand abschaltet, erfüllt bereits alle Voraussetzungen, die ein typischer “Ich bin doch nicht blöd”-Kunde erfüllen muss. Zu schade dass dieser Slogan in den wenigsten Fällen zutrifft.
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