Business as usual!

Einzelhändler sind schon ne Nummer für sich. Die einen kleckern, die anderen klotzen. Und obwohl die Konkurrenz nie schläft und jeder Neukunde das tägliche Brot besser schmecken lässt, fallen zwei Branchen immer wieder auf: Friseure und Tabakläden.

Da ich heute morgen gerade zu Fuß in der Stadt unterwegs war, wäre eigentlich der passende Zeitpunkt für ein Frisuren-Update gewesen. Leider musste ich erstaunt feststellen, dass es immer noch Friseure gibt, die auf ihren freien Montag bestehen und verkrampft daran festhalten. Als Unternehmer frage ich mich natürlich, wieso das so ist und wer sich so etwas überhaupt noch leisten kann.

Tabakläden machen es sich da ähnlich leicht (oder schwer?). Bis vor wenigen Monaten hatten zwei Tabakhändler hier in der Nähe, die einzigen zwei wohlbemerkt, sogar am gleichen Tag geschlossen. Einer wurde allerdings nach jahrelanger Ignoranz doch noch zum Klügeren und verlegte seinen freien Werktag von Mittwoch auf Dienstag. Nun können beide endlich jene Kunden versorgen, die bei der Konkurrenz vor verschlossenen Türen stehen.

Die Bewahrung von Traditionen könnte leicht mit Bequemlichkeit verwechselt werden. Je mehr Einzelhändler weiterhin ihren Sonderstatus zelebrieren, desto weniger interessant wird der gesamte Einzelhandel für die Kunden. Bevor sich ein potentieller Kunde die Mühe macht und Öffnungszeiten und freie Tage aller Einzelhändler auswendig lernt, wird er lieber, zum Nachteil aller Einzelhändler, in einen großen grauen Center-Klotz fahren, worin alle Geschäfte garantiert durchgehend von acht bis 20 Uhr geöffnet haben.

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