Den Genuss von Kinofilmen zähle ich zu meinen primären Freizeitbeschäftigungen. Dabei zählt weniger das Genre, da in allen Sparten kleine und große Perlen zu finden sind. Viel wichtiger ist mir die Entwicklung (oder Verwicklung) der Charaktere; vielschichtige Gestalten in dramatischen Settings sind mir da am Liebsten. In den meisten Fällen ist die deutsche Synchronisation auch gut gelungen, doch leider gibt es hin und wieder wegen markanten Schnitzern Grund zu Kritik:
1. Die Sprecher: “Hör mal wer da nuschelt…”
Klare, verständlich artikulierte Worte scheinen manchen Synchronsprechern wohl nicht kreativ genug zu sein. Da wird genuschelt und ohne jegliches Gefühl für Timing ohne Punkt und Komma gesprochen. Akzente sind immer wieder gerne gehört, aber bitteschön in Maßen, und auch nur wenn es die Gläubwürdigkeit der Figur steigert. Außerdem scheint der Nachwuchs wohl auszubleiben, denn auch wenn ich z.B. David Nathan (u.a. Synchronstimme von Christian Bale und Johnny Depp) jeden verdienten Cent gönne, muss nicht gleich jedes neue Gesicht mit seinem Timbre ausgestattet werden. Sorry, David – Du bist zwar gut, solltest aber im Dienste der Sache ruhig öfter Theater spielen.
2. Die Abmischung: “Ganz schön verscheppert…”
Immer wieder gerne verwendet, um die Spannung in der Magengegend zu erzeugen, ist der Sub-Bass. Er umfasst jene tiefen Frequenzen, die man nicht mal mehr hören, aber umso mehr spüren kann. Manche kennen ihn aus der Disco, einigen wenigen hat er schon zur spontanen Entleerung ihres Magens verholfen. Glücklicherweise kann er im Heimkino auch reduziert werden, was oftmals zu einer Verbesserung des Hörgenusses führen kann. Weniger ist mehr – leider.
Viel wichtiger ist bei Filmen aber eher die gesamte räumliche Abmischung. Die räumlich korrekte Darstellung eines Pistolenschusses zum Beispiel erfordert nämlich viel mehr als das bloße Drücken einer Taste. Dabei spielen viele Faktoren mit unterschiedlichen Gewichtungen eine Rolle, nur leider scheinen sich nur die Meister der Materie damit auseinandersetzen zu wollen, womöglich läßt es das Budget auch einfach nicht zu.
3. Das Sounddesign: “Push that Button!”
Das erklärt aber noch lange nicht, warum manche Samples so penetrant und repetativ eingesetzt werden, obwohl hier etwas Variation ein Leichtes wäre. Ein auffälliges Beispiel dafür ist eine Metalltür.
In unzähligen Filmen öffnet oder schließt jemand eine Metalltür, jedes Mal ist die räumliche Situation etwas anders und auch die Art und Weise, bzw. die Geschwindigkeit des Öffnens oder Schließens ist unterschiedlich. Doch NICHT der Klang. Jedesmal wird der gleiche Sample verwendet. Jede Metalltür scheint zu quietschen und beim Zuschlagen den gleichen Krach zu machen. Liebe Sound-Designer, bestimmt habt ihr ganz in der Nähe eine Feuerschutztür: schnappt Euch einen mobilen Recorder und macht bitte Eure eigene Aufnahme – und sei es nur, um Euren Kollegen einen kleinen Schritt voraus zu sein.
Wird fortgesetzt….